Ort des Monats
Januar 2023


Kaiserslautern
Rheinland-Pfalz
Mit Heimat verbinde ich einen Ort, an dem ich eine lange Zeit verbrachte. Ein Ort, an dem ich mich wohl fühlte, in dem ich jede Straße kenne. Ein Ort mit vielen Erinnerungen. Kaiserslautern ist definitiv zu meiner neuen Heimat geworden. Ich komme aus Ostwestfalen und bin früher nicht so oft durch die Republik gereist. Als wir im Herbst 2017 beschlossen, nach Kaiserslautern zu ziehen, wussten wir nicht einmal genau wo diese Stadt auf der Deutschlandkarte liegt. Ziemlich weit im Süden für unsere Verhältnisse.
Ich versteh' Sie nicht,
ich komme aus
"Norddeutschland".
Ja, es gab sehr viele Kommunikationsschwierigkeiten am Anfang. Ich musste nicht nur dem jungen Verkäufer im Café beichten, dass ich ihn gar nicht verstehe, sondern war auch verwundert, warum die Grammatik hier oft nicht stimmt. Von "Schöner Tag noch" bis "Desch Haus, wo hat gebrennt am Dunnerschtag." war alles dabei.

Wenn man kein pfälzisch kann, sollte man englisch können. Man teilt sich die Stadt mit vielen Amerikanern, die jedoch nicht in der Einwohnerzahl berücksichtigt werden. Dadurch zählt K-Town mit knapp unter 100.000 Einwohnern nicht einmal als Großstadt. Aber Lautre, wie man die Stadt hier nennt, ist wahrscheinleich das größte Dorf, das ich kenne und irgendwie auch das liebenswerteste.

Enge Gassen,
lange Trassen,
größte Flächen,
komisch sprechen
Nach über fünf Jahren habe ich mich an den pfälzischen Dialekt und auch an die vielen engen Einbahnstraßen gewöhnt. Heute sitze ich mit Blick auf das riesige Stadion, das auf dem Betzenberg über der Stadt thront und fiebere bei jedem Spiel des FCK mit.

Und nicht nur das Stadion ist hier groß. Die Stadt ist flächenmäßig die größte in Rheinland-Pfalz, liegt direkt am "größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands" – dem Pfälzerwald, hat ein extrem hohes Rathaus und vier S-Bahn-Stationen auf der längsten deutschen S-Bahn-Strecke. Aber genug Vergleiche. Ich hole mir jetzt ne Flasch us de Kaschde und drinke uf de scheenste Stadt in der Palz.

Und bleibe lieber beim Hochdeutsch. Ich bin eben ein Fischkopp (Norddeutscher) für die Pfälzer.











Random photo from November 2016 in Street